Eine südafrikanische Lebenswelt
Die bekannte Verbreitung umfasst mehrere Länder des südlichen Afrikas, etwa Namibia, Botswana und Südafrika. Sie lässt sich nicht mit einem einzigen Landschaftstyp gleichsetzen. Diese soziale Spinne ist außerdem kein Modell für sämtliche afrikanischen Spinnen: Auf demselben Kontinent finden sich viele andere Verwandtschaftsgruppen und Jagdweisen.
Rückzug und Fangfläche
Eine Kolonie baut einen dichten räumlichen Seidenrückzug und daran anschließende Fangflächen. Mehrere Tiere können so denselben Bau nutzen. Die geschützte Unterkunft und der Ort, an dem Beute ins Netz gerät, erfüllen verschiedene Aufgaben. Von außen ist ein dichter Seidenball deshalb noch keine vollständige Beschreibung des gesamten Netzes.
Jagd als gemeinschaftliche Reaktion
Beute erzeugt Schwingungen im Fangnetz. Experimente mit Stegodyphus dumicola zeigen, dass die räumliche Nähe von Koloniemitgliedern und die Beutesignale das gemeinsame Jagdverhalten beeinflussen. „Sozial“ bedeutet hier beobachtbares Zusammenleben und Zusammenwirken. Es setzt weder menschliche Absichten voraus noch eine feste Arbeitsteilung wie bei Honigbienen.
Kooperation hat auch Kosten
Vergleichende Untersuchungen an Stegodyphus zeigen Vorteile gemeinsamer Nahrungssuche, aber auch Konkurrenz innerhalb einer Gruppe. Gemeinsam gefangene Beute muss mehrere Tiere versorgen. Die interessante Frage lautet daher nicht, ob Zusammenleben immer besser ist, sondern unter welchen Bedingungen sich Nutzen und Kosten verändern. Koloniegröße, Beuteangebot und Lebensraum gehören zusammen.
Quellen & Bildnachweise
- World Spider Catalog · Stegodyphus dumicola ↗
- Spatial proximity and prey vibratory cues influence collective hunting in social spiders ↗
- Cooperative foraging expands dietary niche but does not offset intra-group competition for resources in social spiders ↗
Quellenstand: 2. November 2026. Vergleiche gelten mit den im Beitrag genannten Einschränkungen.
