Eine Glocke aus Seide und Luft
Die Wasserspinne verbringt einen großen Teil ihres Lebens im Süßwasser, obwohl sie Luft atmet. Zwischen Wasserpflanzen errichtet sie ein kuppelförmiges Gespinst und bringt Luft von der Oberfläche hinein. So entsteht ein untergetauchter Aufenthaltsraum. Die Glocke ist kein Organ im Körper und die Spinne besitzt deshalb nicht plötzlich Fischkiemen.
Eine physikalische Kieme
Seymour und Hetz untersuchten 2011 den Sauerstoffaustausch der Glocke. Gelöster Sauerstoff kann aus dem Wasser in den Luftraum gelangen. Unter den untersuchten Bedingungen konnte dieser Austausch den Ruhebedarf der Tiere decken. Das ist eine gemessene Leistung unter bestimmten Bedingungen, keine Garantie für jedes Gewässer, jede Aktivität oder beliebig lange Zeit ohne Lufterneuerung.
Lebensraum und Bauwerk gehören zusammen
Pflanzen bieten Befestigungspunkte; die Eigenschaften des Wassers beeinflussen den Gasaustausch. Das Beispiel verbindet Körperbau, Verhalten und Umwelt besonders eng. Unsere Unterwasserszene ist eine künstlerische Schnittansicht: Sie soll das Prinzip verständlich machen, zeigt aber weder einen vermessenen Versuchsaufbau noch eine maßstäbliche Rekonstruktion. Für die tatsächlichen Messungen führt der Quellenlink zur Originalstudie.
Quellen & Bildnachweise
- Seymour & Hetz (2011) · The diving bell and the spider ↗
- Australian Museum · Silk: the spider’s success story ↗
Quellenstand: 1. November 2026. Zahlen und Rekorde gelten mit den im Beitrag genannten Einschränkungen.
