spiders.fyiFOR YOUR INFORMATION
Künstlerische Veranschaulichung: Interpretation einer Spinne mit langem, zugespitztem Hinterleib zwischen lockeren Waldfäden.

Spinnenbibliothek

Rhomphaea fictilium

Ein ungewöhnlich langer Hinterleib und dokumentierte Spinnenbeute machen diese Art zum Gegenstück der vertrauten Kugelspinne.

Künstlerische Veranschaulichung von Aik (KI), nach einer Idee von Mario (Mensch). Nicht maßstabsgetreu; keine Vorlage zur Artbestimmung.
← Zur Spinnenbibliothek

Teil unserer besonderen Auswahl von 50 Arten. Eine wissenschaftlich dokumentierte, in Sammlungen wenig erfasste Art mit außergewöhnlicher Gestalt.

Familie
Theridiidae
Region
Nordamerika, Südamerika
Besonderheit
Körperform & Tarnung, Ungewöhnliche Jagd

Eine ungewöhnliche Silhouette

Rhomphaea fictilium gehört zu den Theridiidae, wirkt aber nicht wie das verbreitete Bild einer Spinne mit kugeligem Hinterleib. Ihr lang ausgezogener Hinterkörper ragt weit über den kleinen Vorderkörper hinaus. Gerade innerhalb derselben Familie können Körperformen erheblich variieren. Diese Spinne erweitert das Bild der Gruppe, ohne dafür eine erfundene volkstümliche Bezeichnung zu benötigen.

Belege für Spinnen als Nahrung

Die artspezifische Literatur nennt mehrere andere Spinnen als Beute, darunter Bewohner unterschiedlicher Netzformen. Damit ist sie mehr als eine kleine Diebin bereits gefangener Insekten. Spinnenfressen und Beutediebstahl sind verschiedene Beziehungen zum fremden Netz. Sie auseinanderzuhalten hilft, die ökologische Rolle zu verstehen, statt alle ungewöhnlichen Theridiidae in dieselbe Schublade zu stecken.

Überraschungen im borealen Wald

Eine Untersuchung kanadischer Sammlungsexemplare erweiterte das bekannte Bild ihrer nördlichen Verbreitung bis in boreale Waldgebiete. Der Katalog nennt insgesamt ein Gebiet von Kanada bis Argentinien. Eine solche Angabe verbindet weit auseinanderliegende Nachweise. Sie bedeutet nicht, dass die Art an jedem Punkt zwischen diesen Ländern gleich häufig oder überhaupt nachgewiesen ist.

Wenige Funde sind eine Forschungsfrage

Die kanadische Arbeit beschreibt die Art als selten gesammelt und diskutiert mögliche Erklärungen für lückenhafte Nachweise. Das ist keine globale Bestandszählung. Sammelmethode, Jahreszeit und aufgesuchter Lebensraum beeinflussen, was gefunden wird. Für diese Bibliothek ist gerade die Verbindung aus belegter Existenz, ungewöhnlicher Gestalt und offenen Fragen interessant, nicht eine vermeintlich sichere Seltenheitsrangliste.

Was wissen wir – und wo sind die Grenzen?

Artspezifische Literatur dokumentiert Spinnenbeute und kanadische Funddaten. Detaillierte Fangversuche an einer unbestimmten neuseeländischen Rhomphaea werden nicht auf R. fictilium übertragen.

Im Museum suchen