Im Körper hergestellt
Spinnenseide entsteht in Drüsen im Hinterleib. Eiweißreiche Ausgangsstoffe werden auf dem Weg zur Faser verändert und durch feine Austrittsöffnungen ausgegeben. Bewegliche Spinnwarzen helfen beim Platzieren. Die bekannte Vorstellung, eine Spinne ziehe einen einzigen beliebigen Faden aus dem Körper, greift zu kurz: Unterschiedliche Drüsen und Seidentypen erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Material und Aufgabe
Ein Befestigungspunkt, eine tragende Speiche und eine Fangspirale haben verschiedene Anforderungen. Manche Fäden sollen Kräfte übertragen, andere nachgeben oder Beute festhalten. Die Eigenschaften hängen von Zusammensetzung, Struktur und Bedingungen ab. Aussagen wie stärker als Stahl brauchen deshalb eine genaue Vergleichsgröße. Zugfestigkeit, Dehnbarkeit und das Gewicht eines Materials sind nicht dasselbe.
Seide ohne Fangnetz
Auch jagende Spinnen verwenden Seide: als Sicherungsleine, für Rückzugsräume oder zum Schutz der Eier. Seidenproduktion und Netzfang sind also nicht gleichbedeutend. Unsere Netzwerkstatt zeigt ein vereinfachtes Radnetz, keine universelle Bauanleitung für alle Arten. Wer die verschiedenen Verwendungen betrachtet, versteht, weshalb Seide als Verbindung zwischen Körper, Fortbewegung und Lebensraum eine so wichtige Rolle spielt.
Quellen & Bildnachweise
- Australian Museum · Silk: the spider’s success story ↗
- Australian Museum · Egg sacs, spiderlings and dispersal ↗
Quellenstand: 1. November 2026. Zahlen und Rekorde gelten mit den im Beitrag genannten Einschränkungen.
